| Turnriege 2011 Turnfahrt Berner Oberland |
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| Geschrieben von Martin Stuck | |||||
| 21. Sep 2011 | |||||
vom 16./17.9.2011
Der Sommer geht zur Neige, der Bucheli kündigt im Meteo einen Wetterumsturz mit Kaltlufteinbruch an - ganz klar, es ist die richtige Zeit für unsere Turnfahrt! Andy Leuthold plante für uns ein attraktives Programm und André Burkhalter koordinierte und reservierte die Zug- und Busfahrten. So trafen wir 21 Turner und Turnerinnen uns am Samstagmorgen früh bereits kurz nach sechs Uhr für unsere Reise. Über Zürich, Luzern und Brünig fuhren wir mit dem Zug bis Meiringen. Was da unterwegs bereits alles aus den Rucksäcken ausgepackt wurde, vom feinen Brie fourré über Gipfeli, Trauben, Guetzli bis zum Raclette, und das alles zum Zmorge. Von Meiringen aus ging die Reise per Bus weiter bis zur Grossen Scheidegg musikalisch begleitet vom Seemer Turnerchor. Unser Grindelwaldner Bus-chauffeur kurvte gekonnt seinen Car die schmalen Alpsträsschen empor und erzählte uns dazu einen Witz nach dem andern. Seine Vorliebe galt natürlich den Zürcher-Witzen, so zum Beispiel dem Witz über den Zürcher Pfarrer im Gülle-Loch oder dem etwas abstrusen Witz über das tote Pferd im Tram und der Badewanne! So trafen wir mit gut gelockerter Muskulatur auf der Grossen Scheidegg ein. Voller Tatendrang nahmen wir unsere Wanderung in Angriff. Mit deutlichem Vorsprung auf die Marschtabelle trafen wir beim First ein.
Nach kurzer Verpflegung erkundeten wir dort den First-Flieger. Von einem Gerüst aus führten vier 800 Meter lange Stahlseile parallel nebeneinander in die Tiefe bis zum Schreckfeld (!!!). Vier Tragriemen-Gestelle waren auf Rollen an den Seilen befestigt. Und so flogen wir nebeneinander ins Tal! Es gab unerschrockene, aber auch käsebleiche Flieger, alle überlebten die Fahrt. In der Gondelbahn konnten wir uns gut erholen. Bei der Mittelstation wurden uns die Trotti-Bikes übergeben. Mit den Händen wie Klammeräffchen an den Bremsen kurvten wir ins Tal. Abgesehen von einem harmlosen Sturz und einer Verspätung wegen einer Hochzeit kamen alle zeitig nach Grindelwald, wo wir uns stärken und die Vorräte wieder ergänzen konnten. Mit der Zahnradbahn stiegen wir auf der Gegenseite empor zur Kleinen Scheidegg. Dort wurden wir im Restaurant Grindelwaldblick zur Übernachtung erwartet. Ein feines Nachtessen mit Kartoffelstock, Voressen und viel Bohnen (zum Verbessern des Turboantriebs am nächsten Tag) wurde uns serviert. Anschliessend wurde viel diskutiert und gespielt. Um Mitternacht gab es sogar noch eine Show-Einlage mit dem Abendunterhaltungs - Tanz! Das war cool!
Die Nacht im Touristenlager war etwas kurz und offenbar teilweise etwas unruhig. Am Morgen weckte uns die Reiseleitung mit einem Pfeiffkonzert - stopp, nein - es war nicht die Reiseleitung, sondern der Sturmwind, der durch die Ritzen pfiff! Der Regen trommelte dazu aufs Dach. Wir entschlossen uns deshalb zur einzig möglichen Gegenmassnahmen: Wir gingen zum Morgenessen! Nach ausgiebiger, feiner Verpflegung und kurzer Packzeit trafen wir uns bereits um 8.30 Uhr vor dem Haus. Und zu unserer grossen Überraschung hatte es weder einen halben Meter Schnee noch regnete es. Einzig der Wind blies immer noch kräftig. Dank dem Wind wurde uns aber der Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau etwas von den Wolken freigegeben. Andy führte uns nun zur berühmten Lauberhornabfahrt. Auf steilen Wegen stiegen wir umgeben von Nebelschwaden ins Tal Richtung Wengen. Didier Cuche benötigt dafür 2 ½ Minuten, wir dagegen fast 2 Stunden! Spannend war es, die verschiedenen Schlüsselstellen direkt im Gelände zu besichtigen, am eindrücklichsten natürlich der unglaublich enge und steile Hundschopf.
In Wengen wärmten wir uns bei einem feinen Mittagessen auf. Meine Penne forestiere waren wirklich ausgezeichnet. Als Abschluss stand uns nun die gemütliche Heimfahrt mit Zahnradbahn, Bahn und Schiff bevor, jetzt bei wieder einsetzendem Regen. Dank dem garstigen Wetter gab es aber auf dem Schiff keinerlei Platzprobleme. Im Vorderdeck wurde gespielt und Kaffee getrunken, leider ohne Cremeschnitte und auf dem Hinterdeck richtete die Aktivriege spontan ein Raclette-Stübli ein. Mehr als 1 Kilo Käse wurde geschmolzen und sogar ein japanischer Tourist damit beglückt! Die Bahnfahrt ab Thun verlief dann je länger je ruhiger. Irgendwann sind schliesslich auch die stärksten Batterien leer. Herzlichen Dank an Andy und André für die Organisation und an Petrus für das abwechslungsreiche Wetter! Martin Stuck Aufgerufen: 385
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