Jugendriege 2011 Jugend Einzelturntag, Töss PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Michael Rüttimann   
24. Jul 2011
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13 Einzelwettkämpfer des TV Seen zogen in der sonntäglichen Frühe des 10. Juli nach Töss. Jene 13 Einzel-Turner waren motiviert und konzentriert. Ein jeder musste, wollte er sich in die Nähe der Podestplätze turnen, eine Super-Leistung abrufen - und das lag durchaus im Bereich des Möglichen. Obwohl unsere Turner vom Jugendsporttag erfolgreich und viel dekoriert zurückkehrten, war eine gute Platzierung am Jugend Einzelturntag nicht logisch, denn da gelten andere Regeln.

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Eine dieser Regeln ist: Geräteturner sind gegenüber den Leichtathleten im Vorteil. Nun ja, unsere Riege schaffte es hin und wieder auch an ein Gerät, uns deshalb als Geräteriege zu bezeichnen wäre doch vermessen. Eine Bodenübung flüssig geturnt ohne Rumpler oder gar Sturz, das wäre ein guter Anfang.
Die Seemer durften dieses Jahr mal wieder am Morgen zum Wettkampf antreten. Das störte uns nicht wirklich, da wir als ‚Nachbarn‘ von Töss keinen langen Weg ins Rosenau hatten.

 Mit einem kompakten Einlaufen bereiteten wir uns körperlich sowie mental auf das bevorstehende Programm vor.
Gleich als erstes durften wir beim Boden antreten. Die mangelnde Routine an diesem Gerät und mit der Übung zeigte sich beim einen oder anderen durch Nervosität und Blackouts. Als Leiter durchlebt man bittere Sekunden der Ohnmacht, erleben zu müssen, wie eine Übung sich aus den Gedanken des Turners verabschiedet und ‚davon fliegt‘. So passiert Sven, der zu bedauern war und im Anschluss aufmunternde Worte gebrauchen konnte, auch wenn ihm die Übung wieder in Erinnerung kam. Generell turnten die Seemer jedoch passabel bis gut. Der eine oder andere, so z.B. auch Sven Dinkelmann, hatten aus Sicht des Leiters eine 9 verdient. Dies sahen die Kampfrichter jedoch anders. Mit Ruedi Furter und Roli Denzler sassen als gestrenge Wertungsrichter zwei ehemalige Geräteturner an der Seite der Filzbahn und nahmen die Übungen sämtlicher Turner und Turnerinnen mit kritischem Auge auseinander. „Eine Bodenübung hat min. 6 Elemente. Für jedes Element können (sehr) schnell 1/10 für die Haltung und 1/10 für die technische Ausführung abgezogen werden, das sind 2/10 pro Element. Da sind die meisten Turner schon bei 8.8 Punkten angelangt." - „Wer Boden turnt ist gegenüber anderen Disziplinen klar im Nachteil". Solche Aussagen des Wertungsrichters sind zwar ehrlich, halfen uns jedoch nicht wirklich weiter..

Motiviert verschoben wir zu der nächsten Disziplin, es konnte nur besser laufen.
Beim Schnellauf konnten die Seemer zeigen, was in ihnen steckt. Auf der Kunststofflaufbahn und mit satt geschnürten Nagelschuhen, sollte ein schneller Lauf möglich sein. So flogen unsere Turner denn auch dem Ziel entgegen. Herauszuheben sind hier Jan Gava (10.50), Sven Dinkelmann (11.40) sowie Severin Hohl (12.50) die sich mit einem phantastischen Lauf über 80m eine blanke 10.0 notieren lassen durften!

Beim Hochsprung kam nur Jan Gava auf Touren. Da er nicht so recht wusste wie hoch er springen kann, setzte er seine Anfangshöhe zu tief an. Am Schluss resultierten für ihn 1.40m, was eine 9.25 einbrachte.
Anzumerken ist, dass die Seemer im Hochweitsprung mehrheitlich fast höher springen als im Hochsprung. Das liegt daran, dass wir den Hochweit schlicht mehr trainieren.

Im Weitsprung traten fast alle Seemer an. Die Anläufe wurden routiniert abgemessen und die Anlaufmarken nach dem Probesprung noch korrigiert. Viele unserer Turner haben EP (endless power), für eine super Weite braucht es jedoch zwei Sachen: Hohe Anlaufgeschwindigkeit und einen hohen, dynamischen Absprung. Genau beim Absprung hapert es teilweise, so dass die tolle Geschwindigkeit nicht optimal in Weite umgesetzt werden kann. Und dennoch dürfen wir mit unseren Weitspringern sehr zufrieden sein. Jan Gava verpasste mit 5.09m die blanke 10.0 um 2/100 Punkte. Auch Severin Hohl durfte mit 9.70 Punkten sehr zufrieden sein, er machte den Abdruck im Sand bei 3.80m
Die Leiter freuen sich auf die neue Sandgrube im Tägelmoos, die (hoffentlich) bald gebaut wird. Seit bald 2 Jahren können wir im Tägelmoos die Aussenanlagen nicht vernünftig nutzen..

Die Disziplin Kugelstossen bleibt jeweils unseren stämmigeren, kräftigeren Turnern vorbehalten oder jenen, die Kugel neben dem Training des TV trainieren. So packten nur 3 Turner die Kugel an. Kugelstossen ist eine technisch nicht einfache Disziplin. Den Jungturnern empfehlen wir jeweils einen sauberen Standstoss einem ‚verreckten‘ Versuch mit Anlauf vorzuziehen. Fabio kam mit der Kugel (5kg) erwartungsgemäss am besten zurecht. Mit erzielten 9.26m konnte er seinen Punktestand um 9.38 Zähler steigern.

Gegen Ende des Wettkampfs durften wir uns noch einmal den Geräten widmen - dem Minitramp um genau zu sein.
Beim Minitramp Sprung wurde die Sprunghöhe, die technische Ausführung, die Haltung sowie die Landung bewertet. Mit Roli Lehmann sass diesmal sogar der Geräteverantwortliche des WTU als Wertungsrichter neben der Matte und begutachtete die Sprünge der Seemer. Unsere Springer der Sprunggruppe konnten Vollgas geben, sie haben die Sprünge im Training schon 100-fach trainiert. So durften die Leiter hohe Noten erwarten. Bei den übrigen Jungs konnten die mitfiebernden Leiter noch viel Steigerungspotential ausmachen.

Fabio hat das Springen nicht verlernt und konnte für seinen gezeigten Salto eine 9.60 einstreichen. Leider war Jan beim Sprung völlig von der Rolle, schnitzerte bös und verlor wichtige Punkte. Umso sicherer flogen dafür Timo und Sven Marti durch die Luft und erhielten 9.60 resp. 9.20.

Action gab es direkt im Anschluss beim Mini-Hochsprung. 4 Sprünge stehen den Turnern zur Verfügung. Nach zwei ungültigen Versuchen in Folge ist's Vorbei mit der Herrlichkeit. Deshalb ist es sehr wichtig, dass man seine Anfangshöhe kennt. Diese sollte möglichst nah an der Leistungsgrenze sein, muss jedoch unbedingt sicher übersprungen werden können. Im Abschluss-Training wurde die ominöse Anfangshöhe extra noch einmal ermittelt. Alles klar, unsere Jungs sind bereit - haben alles im Griff. In der Folge erlebten die Leiter eine emotionale Achterbahn.  Auf der einen Seite waren Timo und Sven Dinkelmann, die beide ihre Anfangshöhe nicht packten und so praktisch keine Chance mehr hatten auf das Podest. Auf der anderen Seite sprang die ganze Mannschaft an sich einen guten bis sehr guten Wettkampf.

Als Wettkampf-Abschluss durften unsere Turner an der Kletterstange nochmals Reaktion und Kraft testen. Von zwei Versuchen an der 5m Stange zählte die schnellere Zeit.
Dass Timo Marti sich an der Stange nochmals wichtige Punkte abholen würde war klar. Er tat dies mit 3.63sek. / 9.51 Punkten souverän. Sven Dinkelmann kämpfte an der Stange unglücklich. Er rutschte - kämpfte - rutschte - immer nach oben schauen - weiterkämpfen - rutschte - und endlich der Anschlag. Für 9.57sek. wurde er mit 7.38 Punkten schlecht belohnt.

Nun denn, der diesjährige Jugend Einzelturntag war geschafft. Wie so oft durften wir feststellen: während dem Wettkampf kann so viel passieren. Kaum einer, der in jeder Disziplin seine beste Leistung abrufen konnte und kann. Der Wettkampf findet zum grossen Teil auch im Kopf statt, was ihn so interessant und auch wertvoll macht.

Den Nachmittag verbrachte unsere Sektion im Schwimmbad Töss. Spielen, schwimmen, Glacé essen - bis die Rangverkündigung rufte.

Leider schaffte es kein Seemer Turner auf's Podest. Severin Hohl war mit seinem 4. Rang sehr nahe dran! Die Dominanz von Wildberg und Rheinau ist einfach (noch) zu gross.

Folgend alle Turner, die mit einer Auszeichnung heimgekehrt sind - Bravo:

 

Kat. A, 15 / 16 jährig, 6 Kampf --> 16 Teiln.    
 5.  Fabio Cescato          
 1996        55.27
   11.  Timon Keller
 1996  52.03
Kat. B, 13 / 14 jährig, 6 Kampf --> 46 Teiln.
 9.  Jan Gava
 1997  54.38
   13.  Timo Marti  1997  52.63
Kat. C, 11 / 12 jährig, 6 Kampf --> 55 Teiln.  8.  Sven Marti
 2000  53.88
   18.  Silvan Sutter
 1999  52.53
   28.  Sven Dinkelmann
 1999  51.14
Kat. D, 9 / 10 jährig, 4 Kampf --> 62 Teiln.
 4.  Severin Hohl
 2001  37.45
Kat. E, 8 u. jünger, 4 Kampf --> 48 Teiln.
 8.  Fabian Plüer
 2003  33.50

 

Ein herzliches Dankeschön jenen Eltern, die uns mit ihren Fahrzeugen auf den Wettkampfplatz begleitet und uns so den Transport ermöglicht haben und an Ruedi Furter, der sich für unsere Riege als Wertungsrichter zur Verfügung gestellt hat.

Michael Rüttimann


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Letzte Aktualisierung ( 01. Aug 2011 )
 
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