Frauenriege 2 2010 Turnfahrt Tessin PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Uschi Boo   
02. Sep 2010

Turnfahrt FR 2 DTV Seen vom 05./06. Juni  2010 Tessin Avvenimento Locarnese 
  

Samstag, 05.06.2010  
W.thur - Tenero / SBB, Tenero - Corippo Bivio / Postauto, Corippo Bivio - Lavertezzo od. Brione / Wanderung + Picknick, Lavertezzo od. Brione - Sonogno (Zvieri im Grotto, Dorfrundgang) / Postauto, Sonogno - Vogorno (Nachtessen + Uebernachtung) / Postauto 

frauenriege2_2010_turnfahrt_1.jpgSonntag, 06.06.2010 

Vogorno - Tenero / Postauto, Tenero - Locarno / Wanderung (Mittagessen, Picknick, Lädele, Siesta), Locarno - Rundfahrt Lago Maggiore - Ascona - Locarno, Locarno - W.thur / SBB 

Herzlichen Dank an  

Nelly Züblin für die Vorbereitung und Führung der herrlichen Turnfahrt, einfach fantastico!Nelly Züblin, Evelyn Strebel und Ruth Weber für die vielen Foto-SchnappschüsseVreny Wild für das knifflige Quiz am Samstagabend Boja Simcic und Stoja Oroz für die feinen Gipfeli im Zug nach Tenero am Samstagmorgen  

Der Roman "Die schwarzen Brüder" beruht auf einer wahren Begebenheit im Verzascatal: Aus armen Familien ziehen die Buben aus und verdingen sich als Spazzacamini (Kaminfeger) in Mailand und Oberitalien, meist gegen karges Essen und einem Dach über dem Kopf. Junge Männer riskieren ihr Leben als Legionäre in fremden Armeen und Abenteurer versuchen ihr Glück in Uebersee. 

Um der Verarmung und Abwanderung endlich entgegen zu wirken, gründen schliesslich ein paar Vorausschauende das "Comitato per i lavori casalinghi a domicilio" (Förderung von Heimarbeit): Leinenspinnerei, Strickereien, Holzarbeiten, später auch Umbauten von Rustici und Monti (Ferienhäuser/Maiensässen) schaffen nach und nach Arbeitsplätze und Verdienst. Die daraus hervorgegangene  Vereinigung "Pro Verzasca" bewahrt heute Interessen und Eigenschaften der Talschaft. Die zwischen 1866 - 1971 erbaute Kantonsstrasse bringt schliesslich "auf einen Chlapf" viele fremde Besucher, bald auch Zuzüger, ins bislang abgeschiedene Tal. Mit der Fertigstellung der 220 m hohen Staumauer des Lago di Vogorno 1965 sind Wanderfreunde nicht mehr unter sich. Scharen von Touristen suchen in neuer Zeit den Freizeitkick im gewagten Kanufahren und Tauchen in der unzähmbaren Verzasca, im Bungeejumping und Freeclimbing an der gewaltigen Mauer, über deren Kamm ein 400 m langer Fussweg führt. 1990 werden gar Aussenaufnahmen zu Bogner's Film "Fire, Ice und Dynamite" an der gigantischen Wassersperre gedreht, wonach wahre Volksaufläufe das Tal fluten. Es wundert nicht, dass ob des stark wachsenden Fremdenverkehrs die Kassen klingeln, vorweg im Gast- und Hotelgewerbe, und dass nur mehr wenige Einheimische der traditionellen Wald- und Weidebewirtschaftung nachgehen. Trotzdem, die Haltung der alten Ziegenrasse Nero Verzasca lohnt, die Nachfrage nach Bio-Ziegenkäse boomt. Die Edelkastanie Castanea Sativa wird zwar nicht mehr abgeerntet, die Bäume werden heute "auf den Stock gesetzt", heisst auf Mannshöhe abgesägt, die Austreibung abgewartet (ca. 10 Jahre) und die Triebe dann als Stützbalken für die Hausdächer verwendet: gemäss Studien ist Edelkastanienholz im Wohndesign wieder sehr gefragt.Natur und Tradition, Wandel und Moderne vereinen sich im 25 km langen Val Verzasca, übrigens das einzige, welches ausschliesslich an Tessiner Täler grenzt, mir Mergoscia das geometrische Zentrum des Tessin und mit Corippo die kleinste Gemeinde beheimatet.  

Nun, die Novelle "Vom Val Verzasca zum Lago Maggiore", nach einer (Reise)Idee von Nelly Züblin, erzählt ebenfalls von wirklich Erlebtem und von der Erfüllung eines lange gehegten Wunsches von 21 Seemerinnen, die einmaligen Naturschönheiten zu entdecken.Sie wandern auf dem Sentiero Valle Verzasca, ganz nah der laut donnernden, smaragdfarbenen Wilden und vorbei an romantischen Monti (Maiensässen) von Corippo Bivio bis Lavertezzo mit dem meist fotografierten Wahrzeichen - der Römerbrücke, eigentlich die mittelalterliche Doppelbogenbrücke Ponte dei Saltri. Den Bequemeren erleichtert nach einem kurzen Picknick das Tü-Ta-To das Weiterkommen bis Sonogno, den Audauernden begegnen auf dem eingeschlagenen Wanderweg und gleichgeführten Sentiero per l'arte (Weg für die Kunst) dafür manch originelle Freiluftkunstwerke einheimischer Künstler. Nach der Siesta - gemütliches Höckle im Grotto von Sonogno - bleibt spazio di tempo zum Bummeln und Nasestecken in ein Kunsthandwerklädeli. Paradiesisch! Die Verschiebung spätnachmittags zurück nach Vogorno leitet sogleich in ein Schlaraffenland. Das Hotel Pizzo zieht alle Register in Herberge und "Verköstlichung" der Gäste: Nach dem Aperitif in milder Abendsonne auf der Terrazza geniesst die herausgeputzte Compagnia da Seen an apart gedeckter Tafel erlesene Tessiner Spezialitäten in 3 Gängen. Sie genehmigt sich - nach einem Verdauungstippel durch das an die stotzige Bergflanke geklebte Oertchen - einen Schlumi beim kurzweiligen Vreni-Quiz. Viel zu bald, nach dem Pfusen und Frühstücken, entschwindet schliesslich die Herrlichkeit Verzascatal während der kurvenreichen Fahrt runter ans Touristenmagnet Lago Maggiore. Hunderte Frühaufsteher tummeln sich Mitte Morgen bereits auf der Seepromenade. Die Anlage von Tenero bis nach Locarno dient den Frauen 2 zum Aperowalking (eher Spaziering). Die Metropole am See rühmt sich für grosses Kino, Eleganz und Dolce Vita, ist in den ersten Junitagen aber noch nicht in Stimmung, die Piazza grande döst. "Gottsname"- wenn kein Vita, dann eben Dolce! Viel Freilauf bleibt eh nicht bis zum Treffpunkt am Gate 1 zur Minikreuzfahrt auf dem Lago: Vira Gambarogno ennet dem See, die Brissago Inseln mit Palazzo und Botanischem Garten, Brissago mit der 1947 gegründeten Tabakfabrik und letztlich - Ascona. Ja, ein letztes Stündchen Verweil in der Perle des Locarnese, und dann.....

Täuscht's, oder verdrücken die herbei geeilten Wolken gerade ein paar Abschiedstränen? frauenriege2_2010_turnfahrt_2.jpg

Uschi Boo    


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Letzte Aktualisierung ( 22. Sep 2011 )
 
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