Männerriege 2009 Männerriegen-Reise Tessin PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Bruno Brandenberger   
14. Mai 2010
  Die Reise wurde durch 25 Mitglieder per Bahn in Angriff genommen und führte nach Lugano, mit dem Schiff über den See ins Grotto =San-Rocco=, zu Fuss oder im Schiff in's =Schmugglermuseum=, anschliessend nach Gandria, zurück nach Lugano per Schiff oder zu Fuss. Uebernachtet wurde im Hotel =International au Lac=.

Am 2-ten Tag ging's per Bahn oder per Piedes auf den Monte Bré. Um 16 Uhr herum, nach kurzem Hin und Her wiederum per Bahn nach Hause. Dies alles bei Sonnenschein und bester Laune der Teilnehmer. So das wäre die SMS-Zusammenfassung der tollen Reise für Leute die Geschei-teres zu tun haben, als Reiseberichte zu lesen.

Für die andern erlaube ich mir doch noch =es Bitzeli meh= zu beschreiben.

Als Ersatzreise für Holland, die mangels Teilnehmer nicht durchgeführt werden konnte, hiess es statt Amster-/Rotterdam - =Schotterdamm-SBB= und führte auf demselbigen per Inter-Regio durch anfängliche Nebelschwa-den und Regenwolken in's wahrhaftig sonnige Tessin. Da zeigte es sich bereits das erste Mal, dass man statt des Schirmes gescheiter etwas zum Trinken und zum Essen eingepackt hätte!! Der blöde Spruch =S'Wägeli chunnt= verstärkte nur den Durst und ausser dem Kondukteur tauchte nie ein Wägeli auf. Drei Kameraden stachen wirklich als besonders intelligent hervor und diese konnten es sich leisten, zwischen dem Essen und Trin-ken,  sich am blöden Spruch wegen des =Wägeli's= zu beteiligen. Immerhin konnte sich der Schreiberling durch die Bewachung des überflüssigerweise mitgeschleppten Schirmes etwas von der Hungers- und Durstesnot ablen-ken. Natürlich stimmt es, dass ich noch am Aosta-Tal-Schirm-Syndrom leide. Man möge sich an den entsprechenden Reisebericht erinnern. Nun aber zurück in die Trockenzeit der Gegenwart wo wir um 10:30 Uhr herum in Lugano eintrafen, fast exakt auf der von Hermann Bänninger geschätzen Höhe von 200 müM. Per Standseilbahn hievten wir uns und unser Gepäck hinunter zum See und von dort spazierten wir der Promenade entlang Richtung Hotel. Dabei mussten wir aufpassen, dass wir mit  unseren Trolley's keine Stadtläufer über den Haufen fuhren. Justement an diesem Sonntag =maratonierten= doch einige Luganesi-Sportler durch die Gassen und dem See entlang.

Im Hotel durften wir unser Gepäck in einem Zimmer einschliessen samt meinem heissgeliebten Schirm. Kurze Zeit später ging's  per =Albatros=  in flotter Fahrt über den See. Gerade noch vorher reichte es  zu einer Not-Durstlöschungsübung. Das Extraschiff =Albatros= wurde durch einen jungen, aufgestellten Kapitän fachmännisch gesteuert. Er versorgte uns mit ausführlichen Informationen über den See, das Spielerparadies =Campio-ne= mit dem protzigen =Botta-Casino= etc. Nach dieser kurzen Fahrt   liessen wir uns gerne an den Tischen der Gartenwirtschaft des =Grotto San Rocco= nieder. 

Vorzüglich schmeckte das Risotto-Gericht und wir genossen dabei auch den tollen Blick über den See Richtung Paradiso/Lugano. Da die Sonne bestimmt auch den Wanderweg etwas abgetrocknet hatte, beschlossen einige wenige  Kameraden den Wanderweg zum Zollmuseum unter die Füsse zu nehmen.  Sie mussten allerdings gegen 90 Minuten vor uns aufbrechen, war doch der Weg für uns per Schiff über das Wasser viel schneller und kürzer. Wir genossen noch etwas die Stimmung am See, den guten =Merlot=  und versuchten die Vogelarten zu bestimmen, welche über die Wasseroberfläche strichen. Sicher waren wir nur beim =Albatros= - das war aber auch leicht - das war ja unser Schiff. Hermann Bänninger, Werner Bolt und Hans Burgener sinnierten sicher noch auf dem Wanderweg daran herum, ob wirklich auch Kormorane an der =Flugschau= beteiligt waren.

Um 15 Uhr herum konnten wir uns das Zollmuseum mit allerhand Kuriositäten aus dem Schmuggleralltag ansehen. Auch zur Einfuhr verbotene Tierarten oder Produkte daraus, galt es zu bestaunen. Noch rasch ein Prospekt geschnappt und schon ging's wieder per Schiff über den See nach =Gandria=. Von dort her beschlossen einige Kameraden, darunter auch ich, zu Fuss nach Lugano zurückzukehren.

Unsere Gruppe ging sogleich im Gewühl der Touristen in Gandria unter und Max Bolliger und ich beschlossen uns gegen den Strom der Leute zu stemmen und zwängten uns nach rechts durch die Gasse wo wir an einer Menschenmauer anstanden. Des Rätsel's Lösung - auf dem Platz vor uns fand ein Mandolinekonzert statt. Wir genossen auch kurz die Klänge und stiegen dann zur Kirche empor und durch Bananenstauden bis zur Haupt-strasse hoch. Ohrenspitzend und herumäugend versuchten wir herauszu-finden, ob die andern Kameraden nicht irgendwo da unten in einer Beiz =hockten=.  Kein heimischer Laut oder ein  spezial-spezifisches Lachen war auszumachen und so marschierten wir auf dem schön angelegten Wanderweg dem Wasser entlang Richtung Lugano wo wir später Emil, Hermann, Adrian und Hans einholten. Kurz vor den Tennisplätzen und dem Lido di Lugano entdeckten wir ein gastwirtschaftliches Haus am Seeufer mit  bequemen Sesseln, in die wir mit Hochgenuss plumpsten. Als sich unser Verstand an das Bier gewöhnt hatte, stellten wir fest, dass dieses doch eigentlich nicht so billig war. Es zeichnete sich aber eine Lösung ab zur Dämpfung der Finanzkrise. Die Signora-Serviertochter machte uns aus-drücklich darauf aufmerksam, dass das Buffet nun eröffnet sei. Wir näherten uns vorsichtig der Gratisfrage, wurden positiv fündig und sogleich schickten wir zwei unverdächtige, buffeterfahrene Spezies unserseits auf den Weg. Natürlich beteiligten wir uns dann auch unverfänglich am Essen und unsere =Helden= wagten noch eine weitere Nachschubrunde. Da nun die Mischrechnung wieder stimmte, konnten wir uns getrost und kichernd auf den Weg Richtung Hotel machen. Der schön angelegte Weg führte durch den Park am See entlang. Schöne Blumen und allerlei baumlange Holzfiguren fanden die Bewunderung der künstlerischen Augen von Her-mann und gefielen auch uns. Auch skuril geformte Baumstämme oder Ziergehölz schmückten diese Anlage.

Pünktlich um 19 Uhr versammelten sich alle Kameraden wieder im Ess-Saal des mit prächtigen Kronleuchtern erhellten Raumes und vernahmen die frohe Kunde, dass der Apéro durch eine unbekannte, nicht genannt-seinwollende Person gesponsert sei. Herzlichen Dank und grossen Applaus durch alle Teilnehmer an diese Person. Vorzüglich das tolle Nachtessen: Ravioli überbacken, Salat, Rindsgeschnetzeltes, Kartoffelpüree, gratinierte Tomate und zum Dessert Sizilianische Cassata. Nach dem Essen erläu-terte der Reise-Hauptleiter, Ernst Moser das weitere Programm in dem Sinne: Abendgestaltung frei. Am andern Tag werde er aber die Reisleitung für ein paar Stunden an Kurz Rutz abtreten, da er und Roli Ott nach Locarno reisen, um dem ältesten Mitglied, Hans Fetzel, geb. 05.09.1914, einen Geburtstagsbesuch abzustatten.

Der Rest war uns vom allgemeinen Programm bekannt und so bildeten sich verschiedene Abendspaziergangs-Gruppen. Unser =Team= umfasste ca. 8 Leute und diese machten, unter der Führung von Kurt Rutz,  einen Kurs am Ticketautmaten der Busbetriebe Lugano. Wir befingerten den Automaten ausgiebig und fanden schliesslich dessen Bedienung heraus. Das Heraus gilt aber nicht für das zuviel eingegebene Geld. Einmal gefüttert geben diese Apparaturen nichts mehr her. Allerdings darf man lesen - zuviel bezahlt! Als ich mein Ticket für zwei Zonen lösen konnte, war die Versuchs-reihe zum Glück abgeschlossen und bei mir stimmten das Ticket und der  Betrag. Mit dem Bus =reisten= wir nach Paradiso wo wir zur Lagebe-sprechung in einem gemütlichen Lokal Platz fanden. Wegen des =Bett-Tags= war nicht allzu viel los. Ein Angestellter dieses Lokals witterte Sanges-Freunde in uns und er holte sofort seine Gitarre und stimmte Tessinerlieder an. Zum Glück hatten wir unseren Vorsänger Heinz dabei und so konnten wir mithalten. Als der Gitarrenzupfer das Instrument mit einer Zigarre tauschte, beschlossen wir uns zu einer weiteren Umschau in den Gassen wurden aber nicht  fündig. Die Nachtlokale durften wegen des Feiertages ihre =Darbietungen= nicht bringen und so spazierten wir zurück Richtung Hotel und schliesslich landeten wir auf der Piazza Grande in der Altstadt, wo wir immer noch im Freien sitzend - es war genug mild - eine weitere Gruppe von uns antrafen. In nun etwas selektionierter Runde prosteten wir uns zu - bückten uns, damit das Personal den Sonnenschirm schliessen konnte, vergewisserten uns, dass im Lokal kein Licht mehr brannte und trollten uns, einen Bogen schlagend, durch die gähnend leeren Gassen, zum Hotel zurück. Nach einem =Schlumi= an der Hotelbar und gutem Schlaf traf man sich am herrlichen Morgenbuffet wieder. Selbst die Sonne lachte und wir freuten uns auf den Ausflug auf den =Monte Bré=.

Ernst führte nochmals ein kurzes „Briefing" durch und überliess uns dem Schicksal bzw. Kurt.  Dieser erfahrene Reise-Mensch hatte uns aber sofort im Griff und so durfte jeder, gefüttert mit dem Zeitplan in Sachen Ausflug und Rückreise losmarschieren, den Bus benützen oder was auch immer. Nächster Fixpunkt war die Talstation der Bré-Bahn, 10:15 Uhr. Hans, Albert, Hermann und ich spazierten gemütlich durch die Altstadt, wieder durch den Park und hatten noch genug Zeit um in einem kleinen Lokal unterhalb der Talstation einzukehren. Nach und nach erschienen weitere Kameraden und gesellten sich zu uns und schlussendlich hatte Kurt seine Schäfchen an der Talstation der eigentlichen Bré-Bahn wieder zusammen. Von dort her verabschiedeten sich die bergtüchtigen Wandermenschen, Werner, Emil, Walter sowie Hans und =erkletterten= den Bré zu Fuss.

Wow, toll war die Aussicht auf dem Gipfel, vor allem ab der Terrasse des an diesem Tag geschlossenen Restaurant's. Auch ab der Gartenwirtschaft des Lokals, gleich bei der Bergbahnstation, konnte man die Aussicht, leicht eingeschränkt durch die Bewaldung, geniessen. Weiter genossen  wir das gemütliche Zusammensein mit genügender Zeitreserve und dem tollen Sonnenschein.  Jeder konnte oder durfte sein Essen selber aussuchen, be-stimmen und schliesslich auch bezahlen. An unserem Tisch war Pasta Trumpf und wir genossen die Spaghetti auch gebührend. Hermann und Heinz verwandelten sich noch kurz in Flugmaschinen-Ingenieure und bastelten aus den Tisch-Set's =Absturz-Modelle=. Die Flugversuche muss-ten als gescheitert hingenommen werden. Bald schon stiessen auch die Bergwanderer und ein kleines Grüppchen wieder zu uns, welche nach dem Weiler =Bré= und zurück gewandert waren. Da nun jeder sein Fahr-scheinkärtchen hatte, durfte man nach Lust und Laune die Talfahrt antre-ten. Einige von uns wollten sich noch über glacéhaltige Lebensmittel hermachen und so vertrauten wir uns um 13:30 Uhr herum wiederum den Seilen der Standseilbahn an. Wie abgemacht =trudelten= gegen 15 Uhr alle im Hotel ein, holten das Gepäck ab, stillten den Durst und zottelten schliesslich Richtung Funiculare und Bahnhof Lugano. Seltsames passierte dann nach 16 Uhr. Um 16.12 Uhr wäre die Abfahrt des =CIS= gewesen. Auf dem Gleise stand jedoch ein =ICN= mit der Anzeige, man möge die Komposition nicht besteigen. Plötzlich ein Raunen in der Menge. Jemand entdeckte am hintersten Wagen unseren Reservationszettel. Gleichzeitig leuchtet die Aufschrift auf seitlich am Wagen, Arth-Goldau - Zürich etc. Also doch unser Zug. Wir stiegen ein und hörten die Durchsage:" Der vordere Teil des Zuges fährt pünktlich ab (16.12) und der hintere ca. 10 Minuten später." Gleichzeitig erschien ein Kondukteur und erklärte wir müssten aussteigen und nach vorn eilen zum Zugteil mit früher Abfahrt. Nichts wie raus, vergessene Mütze geschnappt und Eilmarsch nach vorn. Dort Kondukteur Nr. 2 :" Was wollt ihr da, zurück in den Wagen wo ihr herkommt. Da vorn hat es keinen Platz."  Während wir zurückeilten, fauchten sich die zwei Kondukteure an - Inhalt des Disputes nicht bekannt. Verspätet, um 16.28 Uhr, fuhren wir los und Kurt Rutz konnte Ernst und Roli per Handy über den Vorfall berichten, damit diese in Bellinzona nicht in den ersten Zug einstiegen. Ernst Moser meldete uns später, dass in jenem Zug die vordersten Wagen leer waren!!! Wir lachen bald über den Vorfall und waren eigentlich lieber in einem rollenden ICN als einem stillstehenen CIS. Bald schon war der sattsam bekannte Spruch zu hören und tatsächlich, nach der Dunkelheit des Gotthardtunnels blinkte das Metall des Barwägelchens vor uns auf und der Restposten Bier reichte gerade noch für alle, welche ein solches überhaupt wollten. Mit Kaffee war nix mehr - Maschine kaputt. Einige von uns waren auch etwas =kaputt= und der Wagen mauserte sich zum Schlaf-/ und Blödelwagen. Als Aufwachmittel streute ich das Gerücht, vor der nächsten Reise müssten alle zuerst einen Intelligenztest bestehen. Zulassung zur Prüfung allerdings bis viermal. Meinem Gegenüber offenbarte ich, dass er bereits an dieser Reise als Versuchskaninchen mitgereist sei und so verriet ich ihm einige Testfragen. Wie auch immer, nach dem Ceneri- und Gotthardtest durfte ich dieser Person versichern, dass er - knapp zwar - aber überzeugend bestanden hätte. Aus Fairnessgründen wird sein Name verschwiegen. Nur soviel, er gehört zu der Sorte Menschen, welche zweck's Hebung der Stimmung sicher dabeisein müssen.

Bitte stellen sie die Sitzlehne senkrecht, stellen sie das Rauchen  ein,  lassen sie die Begleiterin los, und schnallen sie sich doppelt an. Wir nähern uns Winterthur und bitten sie nach dem Ausrollen sofort in die vordere Komposition umzusteigen. Dieser Teil des Zuges möchte im Hauptbahnhof bleiben. Danke, Thank You for rolling with the SBB. Sorry no Wägeli between Winterthur and Lugano. Scherz beiseite aber ernstlich herzlichen Dank an den Reiseleiter Ernst, welcher nach der Absage der Hollandreise, unverdrossen und flugs diese lustige Reise organisierte, weiter an Kurt in der Funktion Kassier und Einspringer-Reiseleiter und allen Teilnehmern für das gesellige Mitmachen.

PS: Ich halte den Schirm, über euch und sage euch, ihr habt alle bestan-den, bitte das nächste Mal wieder mitkommen.          

                                                                                                 


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